Historie & Entwicklung


Das nachfolgende Grußwort, das die Geschäftsführerin des dbv Barbara Schleihagen anlässlich der Gründungsversammlung des neuen Vereins am 16. Juni 2018 in Berlingehalten hat, gibt einen Überblick über die Entstehung der vorausgegangenen Arbeitsgemeinschaft der Freundeskreise im dbv und den Prozess der Verselbständigung in den neuen Bundesverband.

Grußwort Barbara Schleihagen

Sehr geehrter Herr Dr. Pirsich,

lieber Volker,

sehr geehrter Herr Dr. Schneider,

sehr geehrte Damen und Herren,

 

sehr gerne überbringe ich ihnen heute aus Anlass der Gründung des Bundesverbandes der deutschen Bibliotheks-Freundeskreise die besten Grüße der Bundesvorsitzenden Barbara Lison und des Bundesvorstandes des Deutschen Bibliotheksverbandes! Wir wünschen Ihrem Bundesverband einen guten Start und eine weiterhin erfolgreiche Arbeit! Wir freuen uns darauf, die bereits vereinbarte enge Kooperation mit Leben zu füllen. Was vor 18 Jahren als Initiative des damaligen Vorsitzenden unsere sogenannten Sektion 2 (öffentliche Bibliotheken in Orten von 100.00-400.000EW), eben jenes Herrn Dr. Pirsich im Deutschen Bibliotheksverband begann, ist jetzt erwachsen geworden und tritt mit der Gründung Ihre neuen Bundesverbandesin die Unabhängigkeit. Wunderbar, wie sich hier ein Kreis schließt und der bereits damals so für die Sache der Freundeskreise engagierte Volker Pirsich diese Selbständigkeit in den letzten Jahren selbst so aktiv befördern konnte!Aus dem Bericht des damaligen dbv-Geschäftsführers Arend Flemming in der Publikation „With a little help from my friends“ kann die weitere Entwicklung gut verfolgt werden, die ich hier kurz nachzeichnen möchte. So half zu Beginn der Blick über den Tellerrand und schon früh wurden die Kontakte zum amerikanischen Dachverband Friends of Libraries USA geknüpft, der allerdings später den umgekehrten Weg ging: von der Unabhängigkeit in eine Sektion der American Library Association. In einer Umfrage unter dbv-Mitgliedern wurde deutlich, dass in den 1990er Jahre ein regelrechter Gründungsboom von Freundeskreisen zu verzeichnen war, die deutlich den Wunschnach Austausch oder sogar einem Dachverband äußerten. Der dbv reagierte auf vielfältige Weise. Er stellte Informationsmaterial zur Gründung von Freundeskreisen zusammen, bot Fortbildungskurse zu Recht- und Steuerfragen an, machte die Freundeskreisen auf seiner Website recherchierbar und baute eine koordinierende Struktur auf. Die verbandliche Lösung lag schließlich in der Einrichtung einer „Konferenz der Freundeskreise“, in dem die Freundeskreise als fördernde Mitglieder aufgenommen wurden. Am 1. Juli 2005konnte die Mitgliedschaft erstmal beantragt werden. Einige Jahre lang bot die Bundesgeschäftsstelle den Freundeskreisen immer wieder Fortbildungen an, mal mit der Einladung der Geschäftsführerin des amerikanischen Verbandes der Freundeskreise, mal mit einem Vortrag einer Steuerexpertin. Jedoch blieb die Zahl der Mitglieder immer im knapp zweistelligen Bereich. Zur Aktivierung der noch unzureichend genutzten Ressourcen durch die Fördervereine konnte in 2011Herr Dr. Schneider als Koordinator für die AG Freundeskreise gewonnen werden. Als gemeinsame Vision wurde festgehalten: 

  • Alle bestehenden Freundeskreise der dbv-Mitglieder sind beim dbv erfasst.
  • Die Konferenz der Freundeskreise ist ähnlich wie eine dbv-Sektion mit einemehrenamtlichen Vorsitzenden, der die weitere Arbeit aktiv voranbringt, strukturiert.
  • Es finden einmal jährlich persönliche Treffen statt.
  • Zwischen den Treffen tauschen sich die Mitglieder (Vertreter der Freundeskreise) elektronisch über ihre Erfahrungen aus.
  • Sie erhalten Informationen über best practice aus einem elektronischen Newsletter und verfügen über einen eigenen Bereich auf der Website.

In 2012 organisierte die Bundesgeschäftsstelle erstmal ein Treffen der Freundeskreise in der Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek Köln, um mit Herrn Dr. Schneider einen Neustart zu markieren. In den Folgejahren konnte durch die unermüdliche und hoch engagierte Arbeit von Herrn Dr. Schneider und mit Unterstützung der dbv-Bundesgeschäftsstelle weitere Freundeskreise gewonnen werden, ein ehrenamtlicher Vorstand unter der Leitung von Herrn Idrizovic eingesetzt, regelmäßig Informationen versendet sowie jährliche Treffen organisiert werden. Nach erfolgreichem Auslaufen dieser ersten Projektphase verständigten sich dbv-Bundesvorstand und Vorstand der Freundeskreise, dass ab 2016 die „AG der Freundeskreise“ sukzessiv auf eigenen Beinen stehen und sich nach 2017 auch organisatorisch vom dbv lösen und als selbständiger „e.V.“ neu positionieren sollte. Auf diese Weise erhofft man sich, durch eine enge Partnerschaft beider Vereine politisch noch mehr für Bibliotheken bewegen zu können. Mit weiterer personeller und finanzieller Unterstützung durch den dbv gelang in den Folgejahren schrittweise die Umsetzung auch dieser weiteren Entwicklungsstufe. Heute sehen wir das Ergebnis, auf das alle Beteiligten mit Recht stolz sein dürfen: ein eigenständiger Bundesverband der deutschen Bibliotheks-Freundeskreise! Im Namen des Deutschen Bibliotheksverbandes gratuliere ich allen Beteiligten sehr herzlich zu diesem schönen Erfolg und wünsche Ihnen auch weiterhin eine gutes Händchen bei der Verfolgung unseres gemeinsamen Zieles: der Unterstützung und Beförderung unserer Bibliotheken!

Ich danke Ihnen!

 

Barbara Schleihagen | Geschäftsführerin des Deutschen Bibliothekenverbandes e.V. am 16. Juni 2018